Charakteristisch ist für die künstlerischen Arbeiten von Bettina Diel, dass sie sich nicht nur auf ein spezifisches Medium beschränken. Die Suche nach einer geeigneten Übersetzung von äusserer Wahrnehmung und innerem Gefühl, führt teils in performative Settings, Fotografie, Video, Installationen oder Objekte.

Innere und äussere Wahrnehmungen, deren Ursprung und das Entstehen von physischen und psychologischen Spannungsfelder, bilden die Ausgangslage für die Werke von Bettina Diel. Sie bezieht sich auf spezielle Bedingungen des Alltags, die Situation des jeweiligen Ausstellungsortes und ihre eigene Position als Künstlerin. Dabei geht es ihr nicht nur darum, bestehende Formate räumlich wie zeitlich zu hinterfragen, sondern Mechanismen von Systemen und Strukturen zu verstehen, die das menschliche Verhalten steuern und die Art und Weise des Denkens beeinflussen.

Der Austausch, die Kommunikation und die Kollaboration mit anderen Menschen oder Künstlern (Musiker, Schauspieler, Tänzer) spielen für die Umsetzung ihrer Arbeiten eine wichtige Rolle. Diel sucht dabei nach einer künstlerischen Sprache und Formate, die ein visuelles Erlebnis und eine Verbindung zwischen dem Kunstwerk und den inneren Empfindungen im eigenen Körper und ihren Gedankenbildern schaffen.

Ihre oft feinen Arrangements, die häufig aus Alltagsgegenständen, Zement oder Gips bestehen, erscheinen meist fragil, denn auch das Scheitern und die Spuren von Prozessen sind darin eingeschrieben. Scheitern kann ebenso konstruktive Missverständnisse und Erkenntnisse erzeugen, welche Diel für ihre Werke nutzt und umsetzt. Die dabei entstehenden räumlichen Spannungsfelder verhandeln auf poetische, vielmals humorvolle und abstrakte Weise die prekären Gleichgewichtsmomente von teilweise ungleichen Kräften. Fragen nach: was kreiert Sinn? Welche Kräfte halten etwas zusammen oder welche Spannungsverhältnisse gibt es zwischen Innen und Aussen, sind wiederkehrende Themen, mit welchen Diel die bestehenden Formen und Routinen versucht zu durchbrechen - denn wenn die vorgegebenen Skripts nur ein bisschen verändert werden, können grossartige Energien und Neuerungen entstehen.
Patricia Bianchi, Kuratorin, Zürich. Januar 2016



.:. Artist Statement .:.

I am engaged in human behaviour.
My focus lies in processes of confirming, conforming,
transformation and turning away

I’m concerned with spatial arrangements in order to visualise
the appearance of tensions, rhythms or the visual feedbacks in
the space, by putting an object or installation in it.

I think, that to move and wander around a work in order to change
perspective is very important for understanding correlations.
A playful and almost haptic dialogue with materials is essential for me.
In the behaviour of materials I find contrast, resistence and analogies
with human behaviour. Many of my works I understand as models
which point out precarious connections and static energys. Mostly I try
to find out what the triggers of change are, which impulses come first.

I perceive my enviroment in a holistic way and try to understand
all related facets, which is why I’m also interested in working
with space, installation and sound.

`':.°.:'´

Mich beschäftigen Menschen; wie sie sich einander anpassen, verbünden, abgrenzen und abkehren.
Viele meiner Anordnungen verstehe ich als Gedankenmodelle spannungsvoller und prekärer Verbindungen. Mich interessieren Fragen der Übersetzung, der Grammatik und der Interpretation gleichermaßen, wie die sinnliche Tätigkeit beim Experiment.
Besonders interessiert mich das Entstehen räumlicher Spannungsfelder.